Noch Mitte der neunziger Jahre standen südlich von Kuala Lumpur die typischen Ölpalmen, die hier überall die Landschaft verschandeln. Dann beschloss die Regierung ihren Sitz aus der Hauptstadt abzuziehen und in nur 4 Jahren wurde der neue Regierungskomplex Putrajaya aus dem Boden gestampft (Putra = Name von Malaysias erstem Premierminister, jaya = Erfolg). Dass in Malaysia schnell gebaut wird ist allerdings nicht ungewöhnlich und es dürfte deshalb spannend sein ob die Stadt länger hält als die fragile quasi Einparteiendiktatur (und ob eine demokratischere Regierung in den Monumentalbauten der Diktatur würde herrschen wollen).

Auf der Busfahrt habe ich versucht mich ein bisschen mit den Fahrer zu unterhalten, der sonst nicht viele Gäste hatte, was aufgrund meiner immer noch dürftigen Kenntnisse soviel Aufmerksamkeit in Anspruch nahm, dass ich das aussteigen verpasste. Glücklicherweise war der Busfahrer so erfreut darüber, dass ein Weißer seine Sprache spricht, dass er den inzwischen leeren Bus einfach umgedrehte und mich etwa 15 Minuten zurückfuhr. (Ich muss meinen Schülern unbedingt sagen, dass sie in Berlin nicht mit solcher Gnade rechnen können.)
In Putrajaya soll alles groß und perfekt sein. Der Palast des Premierministers steht interessanterweise an einem Berghang noch über der überdimensionalen Moschee in Presint 1 (Presint 1-20 heißen die Stadtteile, deren Nummern sich im Uhrzeigersinn um Presint 1 winden), aber wenn eine Partei seit Staatsgründung immer regiert können die Hierarchien schon mal in Frage gestellt werden. Der Ministerpräsident muss aus seinem Palast auf dem Berg jedenfalls zum Propheten runtersteigen.
Als ich am Freitagmittag ankam strömten auch alle Leute aus den Ministerien die Jambatan Putra - eine der wenigen Straßen mit Namen statt einer Buchstaben- und Nummernkombination - hinunter zur Moschee. Die Straße ist ansonsten nicht sehr belebt weil es eben keine normalen Wohnhäuser oder Geschäfte gibt. Man kann sich die ganzen modernen Bauten auch besser bei einer Fährfahrt angucken.
An den Regierungssitz schließt Cyberjaya an, etwa gleichzeitig als Multimedia- und IT-Stadt geplant. Es gibt dort eine zwei entsprechende Spezialuniversität, IT-Unternehmen und Appartementblocks, aber so richtig zu brummen scheint der Laden nicht. Viele Blocks stehen recht verloren zwischen riesigen Flächen auf deren baldige Bebauung nichts schließen lässt. Abends verlassen drei Viertel der knapp 40.000 Leute die Stadt (merkwürdigerweise viele Afrikaner und Iraner), was durchaus an den horrenden Mieten liegen könnte. Ein etwa 30 qm großes, komfortables Appartement kostet 2500 Ringit (500 Euro). Nachts ist man in Geisterjaya.
In Putrajaya soll alles groß und perfekt sein. Der Palast des Premierministers steht interessanterweise an einem Berghang noch über der überdimensionalen Moschee in Presint 1 (Presint 1-20 heißen die Stadtteile, deren Nummern sich im Uhrzeigersinn um Presint 1 winden), aber wenn eine Partei seit Staatsgründung immer regiert können die Hierarchien schon mal in Frage gestellt werden. Der Ministerpräsident muss aus seinem Palast auf dem Berg jedenfalls zum Propheten runtersteigen.
Als ich am Freitagmittag ankam strömten auch alle Leute aus den Ministerien die Jambatan Putra - eine der wenigen Straßen mit Namen statt einer Buchstaben- und Nummernkombination - hinunter zur Moschee. Die Straße ist ansonsten nicht sehr belebt weil es eben keine normalen Wohnhäuser oder Geschäfte gibt. Man kann sich die ganzen modernen Bauten auch besser bei einer Fährfahrt angucken.
An den Regierungssitz schließt Cyberjaya an, etwa gleichzeitig als Multimedia- und IT-Stadt geplant. Es gibt dort eine zwei entsprechende Spezialuniversität, IT-Unternehmen und Appartementblocks, aber so richtig zu brummen scheint der Laden nicht. Viele Blocks stehen recht verloren zwischen riesigen Flächen auf deren baldige Bebauung nichts schließen lässt. Abends verlassen drei Viertel der knapp 40.000 Leute die Stadt (merkwürdigerweise viele Afrikaner und Iraner), was durchaus an den horrenden Mieten liegen könnte. Ein etwa 30 qm großes, komfortables Appartement kostet 2500 Ringit (500 Euro). Nachts ist man in Geisterjaya.
http://neon-aristocracy.blogspot.com/
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