Bedanken möchte ich mich hier für die vielen netten Zuschriften zu meinem Blog. Ich kann daran erkennen, dass die meisten von Euch den Eindruck haben es ginge mir recht gut hier. Das ist leider nur die halbe Wahrheit.
Gut geht es mir, wenn ich am Wochenende Ausflüge unternehme und auch im Unterricht. Nicht gut geht es mir in dem Schülerwohnheim. Jeden morgen um 5 Uhr - nach nicht mal 5 Stunden Schlaf geweckt zu werden geht auf die Dauer über meine Kräfte und die soziale Situation ist auch etwas unbefriedigend.
Die Schule liegt nämlich am Rande der Stadt, wo außer einem Gigamarkt nichts ist. Und wenn die Schule aus ist, verschwinden die Lehrer meist in ihren Autos. Von der Arbeitskraft mal abgesehen scheinen sie ansonsten auch nicht sonderlich an ihren Assistenzlehrern interessiert zu sein. Ich stehe also vor der Wahl mich 24/7 wie ein Lehrer aufzuführen oder mich mit maximal 17jährigen Jungen zu solidarisieren - die nach europäischen Reifemaßstäben auch eher 14 sein dürften. Bei Ersterem hört meine Liebe zur Arbeit ganz klar auf und das Zweite ist mir als frisch gewordenem 28jährigen schlicht nicht möglich.
Nun ist das für die Schule natürlich praktisch mich hier wohnen zu lassen, weil es sie buchstäblich nichts kostet. In eine andere Unterkunft - zum Beispiel in einem sehr wohl vorhandenen Lehrerwohnheim - umziehen zu können habe ich bis jetzt nicht bewerkstelligen können. Ansonsten werden meine Bitten oder Anfragen diesbezüglich - obwohl von asiatisch zurückhaltend bis europäisch bestimmt hervorgebracht, nicht entweder nicht richtig wahrgenommen oder bewusst ignoriert.
Da ich ja durchaus erfindungsreich bin, habe ich eine Möglichkeit gefunden der Schule die finanziellen Bürden abzunehmen. Eine japanische Assistenzlehrerin mit der ich mich gut verstehe hat nämlich ein Appartement mit 3 Schlafzimmern in besagtem Wohnheim und war gerne bereit mir eines der leeren Zimmer abzutreten (bin ja in WGs mit Frauen erfahren: Gruß an Claudia, Jassi, BB und Kira dieser Stelle).
Aber da hat man an der Schule dann Bedenken, dass das 'moralisch' nicht richtig wäre. (Weniger 'moralische Bedenken' gibt es an der Schule jedoch, wenn Mitarbeiter nichtmuslimische Frauen sexuell zu belästigen.) Andere Möglichkeiten mein Unterkunftsproblem zu lösen wurden mir aber leider auch nicht in Aussicht gestellt.
Man hat mir des Weiteren zu Verstehen gegeben ich würde allgemein zu viel mit Frauen sprechen, wobei wahrscheinlich jedes Wort was über die absolute notwendige Kommunikation hinausgeht zuviel ist. Zugeben muss ich allerdings, dass ich auch mit vielen muslimischen Männern hier an der Schule nicht so recht warm werde. Jeglichen Kontakt auch zu nichtmuslimischen Frauen zu unterlassen, weil einige Menschen hier offenbar ausschließlich in sexuellen Dimensionen vom anderen Geschlecht denken können, sehe ich aber auch nicht ganz ein. (Wenn man die strikte Geschlechtertrennung und das vermeiden jeglicher Körperlichkeit bedenkt, würde dieses obsessive Wahrnehmen von Sexualität in allen zwischengeschlechtlichen Kontakten gut die eine oder andere schon etwas angestaubte psychologische Theorie belegen.)
Es ist im Grunde schade euch dieses Bild von Malaysia zeigen zu müssen, weil mir auf meinen Wochenendausflügen auch sehr viele tolerante Muslime begegnet sind, die durchaus akzeptieren können, dass Nichtmuslime eben anders leben. Nun ist die Sache etwas in der Schwebe und ich muss sehen was sich noch machen lässt.
Nun müsst ihr mir deshalb keine Beileidsbekundungen schicken, denn ich lasse mich ja so leicht nicht unterkriegen, aber diese Wir-sind-ja-so-neidisch-Mails waren in dem Moment etwas komisch für mich.
PS: Bilder gibt's zu dem Beitrag nicht, weil selbst in den USA keine 'potentiellen' Vergewaltiger im Internet veröffentlicht werden und dass dann wohl auch der 'moralische' Mindeststandard ist.
http://neon-aristocracy.blogspot.com/
Gut geht es mir, wenn ich am Wochenende Ausflüge unternehme und auch im Unterricht. Nicht gut geht es mir in dem Schülerwohnheim. Jeden morgen um 5 Uhr - nach nicht mal 5 Stunden Schlaf geweckt zu werden geht auf die Dauer über meine Kräfte und die soziale Situation ist auch etwas unbefriedigend.
Die Schule liegt nämlich am Rande der Stadt, wo außer einem Gigamarkt nichts ist. Und wenn die Schule aus ist, verschwinden die Lehrer meist in ihren Autos. Von der Arbeitskraft mal abgesehen scheinen sie ansonsten auch nicht sonderlich an ihren Assistenzlehrern interessiert zu sein. Ich stehe also vor der Wahl mich 24/7 wie ein Lehrer aufzuführen oder mich mit maximal 17jährigen Jungen zu solidarisieren - die nach europäischen Reifemaßstäben auch eher 14 sein dürften. Bei Ersterem hört meine Liebe zur Arbeit ganz klar auf und das Zweite ist mir als frisch gewordenem 28jährigen schlicht nicht möglich.
Nun ist das für die Schule natürlich praktisch mich hier wohnen zu lassen, weil es sie buchstäblich nichts kostet. In eine andere Unterkunft - zum Beispiel in einem sehr wohl vorhandenen Lehrerwohnheim - umziehen zu können habe ich bis jetzt nicht bewerkstelligen können. Ansonsten werden meine Bitten oder Anfragen diesbezüglich - obwohl von asiatisch zurückhaltend bis europäisch bestimmt hervorgebracht, nicht entweder nicht richtig wahrgenommen oder bewusst ignoriert.
Da ich ja durchaus erfindungsreich bin, habe ich eine Möglichkeit gefunden der Schule die finanziellen Bürden abzunehmen. Eine japanische Assistenzlehrerin mit der ich mich gut verstehe hat nämlich ein Appartement mit 3 Schlafzimmern in besagtem Wohnheim und war gerne bereit mir eines der leeren Zimmer abzutreten (bin ja in WGs mit Frauen erfahren: Gruß an Claudia, Jassi, BB und Kira dieser Stelle).
Aber da hat man an der Schule dann Bedenken, dass das 'moralisch' nicht richtig wäre. (Weniger 'moralische Bedenken' gibt es an der Schule jedoch, wenn Mitarbeiter nichtmuslimische Frauen sexuell zu belästigen.) Andere Möglichkeiten mein Unterkunftsproblem zu lösen wurden mir aber leider auch nicht in Aussicht gestellt.
Man hat mir des Weiteren zu Verstehen gegeben ich würde allgemein zu viel mit Frauen sprechen, wobei wahrscheinlich jedes Wort was über die absolute notwendige Kommunikation hinausgeht zuviel ist. Zugeben muss ich allerdings, dass ich auch mit vielen muslimischen Männern hier an der Schule nicht so recht warm werde. Jeglichen Kontakt auch zu nichtmuslimischen Frauen zu unterlassen, weil einige Menschen hier offenbar ausschließlich in sexuellen Dimensionen vom anderen Geschlecht denken können, sehe ich aber auch nicht ganz ein. (Wenn man die strikte Geschlechtertrennung und das vermeiden jeglicher Körperlichkeit bedenkt, würde dieses obsessive Wahrnehmen von Sexualität in allen zwischengeschlechtlichen Kontakten gut die eine oder andere schon etwas angestaubte psychologische Theorie belegen.)
Es ist im Grunde schade euch dieses Bild von Malaysia zeigen zu müssen, weil mir auf meinen Wochenendausflügen auch sehr viele tolerante Muslime begegnet sind, die durchaus akzeptieren können, dass Nichtmuslime eben anders leben. Nun ist die Sache etwas in der Schwebe und ich muss sehen was sich noch machen lässt.
Nun müsst ihr mir deshalb keine Beileidsbekundungen schicken, denn ich lasse mich ja so leicht nicht unterkriegen, aber diese Wir-sind-ja-so-neidisch-Mails waren in dem Moment etwas komisch für mich.
PS: Bilder gibt's zu dem Beitrag nicht, weil selbst in den USA keine 'potentiellen' Vergewaltiger im Internet veröffentlicht werden und dass dann wohl auch der 'moralische' Mindeststandard ist.
http://neon-aristocracy.blogspot.com/
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